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DIE GROPPE- Fisch des Jahres 2006
Groppen, auch (Mühl-)Koppen genannt, besiedeln die Oberläufe schnell fließender Bäche. Sie zählen neben Bachforelle und Bachneunauge zu den typischen Fischen der Mittelgebirgsbäche. Groppen sind Kurzdistanzwanderfischen. Sie sind im Laufe ihres Heranwachsens auf unterschiedliche Lebensräume angewiesen.
Die Lebensräume der heranwachsenden Groppen und der älteren

Groppe

Tiere unterscheiden sich vor allem durch den Substrattyp. Junge Groppen werden nach dem Schlupf von der Strömung verdriftet und treiben in ruhige Gewässerabschnitte mit eher sandiger Bachsohle.
Hier wachsen sie heran, bis sie kräftig genug sind, um wieder gegen die Strömung anzuschwimmen und letztlich in ihren gewohnten Lebensraum- den Bachoberlauf zu gelangen.
Bei diesen Aufwärtswanderungen stellen Barrieren wie Verrohrungen, Abstürze, Wehre oder Talsperren im Bach ein großes Problem dar, da die Groppe als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase, selbst geringe Hindernisse nicht überwinden kann. Des Weiteren reagiert sie empfindlich auf Verunreinigungen und ist auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen.
Gefährdung
Die Groppe ist vor allem durch Wanderbarrieren wie Rohre, Wehre und Abstürze gefährdet, da sie dadurch nicht an ihren Lebensraum- den Oberlauf des Baches zurückkehren kann. Ein weiteres Problem stellt die Eutrophierung der Gewässer durch Düngemitteleintrag aus der Landwirtschaft, Kläranlagen und bewirtschafteten Fischteichen dar, da hierdurch der sauerstoffreiche, nährstoffarme Charakter des Baches verloren geht. Auch die Veränderung der Bachsohle durch Betonierung oder Verschluss des Interstitials (Lückensystem in der Bachsohle) gefährdet den Fortbestand der Groppe, da sie zum einen keine oder nur noch suboptimale Laichgründe findet und zum anderen der Lebensraum ihrer Nahrung- Bachflohkrebsen, Insektenlarven und Schnecken- verloren geht.
Die Groppe ist durch die FFH-Richtlinie geschützt.
Schutzmaßnahmen
Das LIFE-Natur-Projekt bedeutet für die Groppe einen Rückgewinn ihres alten Lebensraumes: Durchgängigkeit der Bäche und damit einen ungehinderten Lebenszyklus vom Ei bis zum erwachsenen Fisch, Verbesserung der Wasserqualität und damit ein größeres Nahrungsangebot sowie sauerstoffreiches Wasser. Damit bestehen gute Chancen, dass sich die bereits guten Groppenbestände in der Eifel (eine der Hauptverbreitungsgebiete in NRW) dauerhaft halten und vermehren.
Ähnliche Maßnahmen in angrenzenden Gebieten ermöglichen zudem einen genetischen Austausch der Groppen aus verschiedenen Bachsystemen.


weitere Infos: siehe
Maßnahmen

STECKBRIEF GROPPE
Lateinischer Name Cottus gobio
Schutzstatus Rote Liste NRW : ungefährdet, Rote Liste Deutschland: stark gefährdet

1. ALTTIERE:
Allgemeines
Fortpflanzungszeit Frühjahr
Reproduktion getrenntgeschlechtlich
Geschlechtsreife mit 2 Jahren
Lebensraum Oberläufe schnell fließender Bäche; sommerkühlen, grundwassergeprägten Sandbächen; getarnt dicht am Gewässerboden; tagsüber verstecken sich die Fische unter Steinen oder Wurzeln; in der Dämmerung und nachts gehen sie auf Nahrungssuche
Ernährung Kleintieren des Baches, wie Bachflohkrebsen, Insektenlarven oder Schnecken; gelegentlich wird auch Fischlaich verspeist, wobei die Groppe lange zu Unrecht als "gefährlicher" Brut- und Laichräuber für Forellen angesehen wurde. 
Mobilität Groppen sind Kurzdistanzwanderfische. Während des Heranwachsens (Laich-Jungfisch-geschlechtsreifer Fisch) sind Groppen auf verschiedene Lebensräume angewiesen, die sich überwiegend durch den Substrattyp unterscheiden. Als Jungfische werden sie von schnell fließenden Strömungen aus ihrer Kinderstube in langsam fließende Bachbereiche verdriftet. Bei Erreichen der Geschlechtsreife wandern sie stromaufwärts in schnell fließende Bachabschnitte zurück.
Größe 10- max. 18 cm

2. EIENTWICKLUNG  
Eiablage Das Männchen legt zwischen Kies und Steinen eine Laichgrube an, in die das Weibchen die Eier ablegt.
Entwicklungsdauer 4-6 Wochen