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DER EISVOGEL
Der Eisvogel wird wegen seiner prächtigen Färbung auch „Fliegender Edelstein“ genannt. Eisvögel treten in Nordrhein-Westfalen ganzjährig als mittelhäufige Brut- und Gastvögel auf. Als Lebensraum wählt der Eisvogel Fließ- und Stillgewässer mit Abbruchkanten oder Steilufern von mindestens 50 cm Höhe. Der Eisvogel ist zur Anlage seiner 50-90 cm langen Bruthöhlen auf diesen Lebensraum angewiesen. Zur Nahrungssuche benötigt er kleinfischreiche, klare und saubere Gewässer mit überhängenden Ästen als Aussichtspunkt. Seine Nahrung erbeutet er von hier aus im Sturzflug, gelegentlich auch im Rüttelflug. Der Eisvogel ist als Brutvogel in Nordrhein-Westfalen in allen Naturräumen potentiell verbreitet. In höheren Mittelgebirgslagen kommt er allerdings selten vor. In den Projektgebieten konnten nur zwei Brutreviere nachgewiesen werden.

 

 

 

Eisvogel

Foto: Niepagenkemper


Gefährdung

Der Eisvogel ist vor allem durch die naturferne Ufergestaltung gefährdet. Hierzu zählen die alten Fichtenbestände und die Uferbefestigungen. Ferner wird sein Lebensraum durch die Trübung des Wassers durch Feinsedimenteintrag und durch den Rückgang seiner Nahrung wie z.B. der Groppe beeinträchtigt.

Schutzmaßnahmen

Das LIFE-Natur-Projekt wirkt sich in zweierlei Hinsicht positiv auf die Eisvogelpopulation in der Eifel aus: 1. Durch die Renaturierung der Ufer (Entfichtung, natürlicher Bachverlauf, Einstellen der landwirtschaftlichen Nutzung an den Uferrandstreifen und im Auenbereich) werden die ursprünglichen Bruthabitate des Eisvogels wiederhergestellt. 2. Durch die Verhinderung des übermäßigen Feinsedimentseintrags (z.B. aus landwirtschaftlicher Nutzung in unmittelbarer Nähe des Baches), der Beseitigung von Wanderbarrieren für kleine Fische und Wasserkleinstlebewesen und die Reduktion von Schad- und übermäßigem Nährstoffeintrag aus Landwirtschaft und Teichen wird das Nahrungsangebot größer und vielfältiger.
 

weitere Infos: siehe Maßnahmen

STECKBRIEF EISVOGEL
Lateinischer Name Alcedo atthis
Schutzstatus Rote Liste NRW: gefährdet bzw. von mit Natuschutzmaßnahmen abhängig, Rote Liste D: Vorwarnliste
1. ALTTIERE:
Allgemeines
Fortpflanzungszeit April-September
Reproduktion getrenntgeschlechtlich
Eianzahl 6-7
Brutanzahl 1-3
Lebensraum Fließ- und Stillgewässer mit Abbruchkanten oder Steilufern von mindestens 50 cm Höhe
Bruthabitat v.a. kleinfischreiche Fließ- und Stillgewässer
Nahrungshabitat Ufersteilwände, z.T. Wurzelteller umgestürzter Bäume, z.T. auch künstliche Nisthilfen
Überwinterungshabitat Wie Brut- und Nahrungshabitate
Ernährung kleinen Süßwasserfischen (v.a. Groppe, Bachforelle, Stichlinge, Rotauge, Ukelei)
Mobilität Der Eisvogel hat einen Aktionsradius von mehreren Flusskilometern

2. JUNGTIERE  
Eiablage vegetationsfreie Steilwänden aus Lehm oder Sand in selbst gegrabenen, 50-90 cm langen Brutröhren, aber auch in den Wurzeltellern umgestürzter Bäume; die Brutplätze liegen oftmals am Wasser, können aber bis zu mehrere hundert Meter vom nächsten Gewässer entfernt ein
Brutzeit frühestens ab März
Brutdauer 18-21 Tage
Fütterung 23-27 Tage