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DAS BACHNEUNAUGE (Lampetra planeri)
Das Bachneunauge ist kein echter Fisch. Es zählt zu den Rundmäulern. Für die Eiablage benötigt es kiesigen Untergrund mit einem guten Lückensystem (Interstitial). Die Larven der Bachneunaugen (Querder) benötigen jedoch einen sandigen bis schlammigen Untergrund als Leb ensraum.

Bachneunauge

Gefährdung
Ähnlich wie die Groppe ist auch das Bachneunauge in den verschieden Stadien des Heranwachsens auf unter-schiedliche Lebensräume angewiesen und benötigt daher eine lineare Durchgängigkeit der Bäche. Rohre, Wehre oder Abstürze können von dem kleinen Rundmäuler nicht überwunden werden und beeinträchtigen den Lebensraum des Bachneunauges empfindlich. Weiterhin ist das Tier durch schnell fließende Gewässerabschnitte, die z.B. durch die Begradigung von Bächen entstehen, in seinem potentiellen Verbreitungsgebiet eingeschränkt. Hinzu kommt die Veränderung der Bachsohle: fehlt es an einem Lückensystem (Interstitial), findet das Bachneunauge keinen optimalen Laichplatz; fehlt es an einem feinsedimenthaltigen Bachbettabschnitten überleben die frisch geschlüpften Bachneunaugen das Larvenstadium nicht. Dies ist besonders problematisch, da sich Bachneunaugen nur ein einziges Mal in ihrem Leben fortpflanzen können und danach sterben.
Schutzmaßnahmen
Das LIFE-Natur-Projekt trägt mit seinem Renaturierungsmaßnahmen wie zum Beispiel der Entfernung von Verrohrungen und Wehren sowie der Reinigung des Interstitials zu einer Verbesserung des Lebensraums des Bachneunauges bei, da nach Vollendung der Maßnahmen eine Durchgängigkeit der Bäche gewährleistet ist.

weitere Infos: siehe
Maßnahmen


STECKBRIEF BACHNEUNAUGE
Lateinischer Name Lampetra planeri
Schutzstatus Rote Liste NRW: gefährdet, Rote Liste Deutschland:stark gefährdet
1. ALTTIERE:
Allgemeines
 
Fortpflanzungszeit Frühjahr
Reproduktion getrenntgeschlechtlich
Geschlechtsreife unterschiedlich, spätestens mit sechs Jahren
Lebensraum kleinen und mittelgroßen sauerstoffreichen Bäche der Mittelgebirge vor. 
Mobilität Bachneunaugen leben relativ ortsfest im Oberlauf des Baches. Für ihre einzelnen Entwicklungsstadien müssen sie jedoch den Lebensraum wechseln.
Größe 12-17 cm
Aussehen wurmförmig, rundes Maul; neun reihenförmig angeordneten, runden Körperöffnungen auf jeder Körperseite- Sieben davon sind Kiemenlöcher, eins ein Geruchsorgan und eins ein Auge
Besonderheiten die Tiere sterben nach der Eiablage

2. EIENTWICKLUNG  
Eiablage März- Juni an flachen Stellen im S
and- oder Kiesgrund

3. LARVENSTADIUM  
Larvenstadium Die Larven der Bachneunaugen nennt man „Querder“. Sie sind augen- und zahnlos 
Lebensraum Die jungen Bachneunaugen (Querder) leben versteckt in ruhigen, schlammigen Bachabschnitten. 
Ernährung abgestorbenes Pflanzenmaterial und Algen, das sie aus dem Sand des Gewässerbettes filtern. 
Dauer Das Querder-Statium kann bis zu sechs Jahre andauern. 
Entwicklungsdauer Die Querder bilden innerhalb eines dreiviertel Jahres Augen, Zähne und Geschlechtsteile.